Az Institut für Zeitgeschichte München-Berlin szolidaritási nyilatkozata

Sehr geehrter Herr Professor Lovász,

wir verfolgen mit Sorge und Bestürzung die Maßnahmen und Pläne der ungarischen Regierung bezüglich der Umgestaltung der Organisation und Finanzierung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und ihrer Forschungsinstitute. Die geplante Auflösung des Netzwerks der Akademieinstitute, die Schließung einzelner Akademieinstitute, die Unterstellung der Forschungstätigkeit der verbleibenden Institute unter Regierungsaufsicht, die Einführung eines Systems der Ausschreibungs- bzw. Projektfinanzierung der Institute ohne Grundsicherung und die drastische allgemeine Reduzierung der Finanzierung der Akademieforschung sind nicht mit dem Prinzip der Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu vereinbaren, machen eine kontinuierliche, politisch unabhängige und längerfristige Forschungsarbeit auf internationalem Niveau unmöglich und Untergraben das Ansehen der ungarischen wissenschaftlichen Forschung im In- und Ausland. Die Maßnahmen und Pläne der ungarischen Regierung fügen nicht nur der ungarischen, sondern auch der europäischen und weltweiten wissenschaftlichen Forschung einen gewaltigen, irreparablen Schaden zu.
Wir ersuchen hiermit die ungarische Regierung, die organisatorische Einheit und Integrität sowie die finanzielle, wissenschaftliche und personalpolitische Unabhängigkeit und Selbstständigkeit der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und ihrer Forschungsinstitute zu respektieren und zu erhalten.

Für das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin,
Hermann Wentker